Album der Woche
Phoebe Bridgers
KW
35
Lost Weekend
Sechs Jahre lang haben Indie-Fans auf diesen Moment gewartet, letzte Woche Freitag war es endlich soweit: Phoebe Bridgers meldet sich mit ihrem drittem Soloalbum zurück! Scheibe „Lost Weekend“ heißt es – und um es kurz zu machen: Das Warten hat sich absolut gelohnt.
In den letzten Jahren war die US-Sängerin zwar alles andere als untätig – sie hat mit ihrer Band Boygenius Grammys abgeräumt, war mit Taylor Swift im Stadion unterwegs und hat mit gefühlt der halben Musikwelt kollaboriert. Für ihre eigenen neuen Songs und Gedanken darin musste sie sich aber Zeit lassen, weil auch viel zu verarbeiten war: Der Tod ihres Vaters beispielweise.
Auf „Lost Weekend“ packt Phoebe Bridgers jetzt ein riesiges Sound-Panorama aus. Die Platte ist mit 16 Songs ihr bisher längstes Werk und klingt mal richtig opulent. Neben vertrautem und traurigem Indie-Folk probiert sie ordentlich was Neues aus: Es gibt verzerrende Vocoder-Effekte, elektronische Spielereien und große Rock-Gitarren.
Sie verarbeitet den Tod ihres Vaters darauf genauso wie das Auf und Ab in der Liebe, bleibt dabei aber immer herrlich zynisch. Und musikalische Schützenhilfe gibt’s auf dem Album auch von namehaften Freunden wie Jack Antonoff, Conor Oberst und natürlich ihren Boygenius-Bandkolleginnen Lucy Dacus und Julien Baker.

